Gemeinsames Singen und Musizieren im Altenheim
Seit dem Schuljahr 2009 finden vierteljährlich Besuche der Grundschüler der Eugen-Bolz Grundschule Brochenzell im dortigen Altersheim St. Josef statt.
Um den Alltag der Seniorinnen und Senioren aufzuhellen, beschlossen die Lehrerinnen Frau Sigrid Hägele und Frau Helga Becker mit ihren Erst- und Drittklässlern dort gemeinsam zu singen und zu musizieren. Die Leiterin des Altersheims Frau Claudia Senf und Herr Schulleiter Frieder Vögele waren begeistert von dieser Idee. Motiviert von der Kooperation zwischen Alt und Jung übernahm die engagierte Betreuerin Frau Petra Büchele vor Ort die Organisation bei jedem Treffen. Sie sorgte dafür, dass alle "mobilen" Bewohner des Altenheims in den großen Aufenthaltsraum gebracht wurden. Dort freuten sie sich auf die quirligen und munteren Grundschüler, die sie sehr herzlich willkommen hießen.
Nach dem gelungenen Adventssingen Anfang Dezember 2009 und dem stimmungsvollen Weihnachtsauftritt entschlossen sich beide Lehrerinnen, im Mai einen "Oma- und Opatag" durchzuführen. Die alten und bekannten Maienlieder (Komm lieber Mai und mache..., Der Kuckuck und der Esel...u.a.m..), bei denen die älteren Leute mitsingen oder mitsummen konnten, riefen schöne, aber auch wehmütige Erinnerungen aus ihrer Kindheit und Jugendzeit hervor. Besonders begeistert waren die Omas und Opas vom wohl klingenden Mundharmonikaorchester der 22 Drittklässler. In ihren Gesichtern spiegelte sich die Freude wieder, dieses "alte" Instrument neu zu erleben und zu hören, das viele von ihnen in ihrer Jugend selber gespielt hatten.
Maiengedichte und Instrumentalstücke auf Flöte, Geige, Klarinette und Trompete rundeten jedes Mal die kleine gemeinsame Feier ab. Die Kinder waren eifrig bei der Sache, denn sie merkten, dass sie mit ihren Liedern und Versen viel Freude und Begeisterung schenken konnten und echte Dankbarkeit dafür ernteten. Zur großen Überraschung aller hatten die rüstigen Seniorinnen und Senioren gemeinsam mit Frau Büchele zwei Frühlingslieder eingeübt, musikalisch untermalt mit der Gitarre. Bei jedem Treffen überreichen die Schüler den Bewohnern zum Schluss ein selbstgebasteltes Mitbringsel. Dieses Mal waren es lustige bunte Vögel, die gegenwärtig das Altenheim schmücken und die Erinnerung an den letzten Besuch wach halten. Mit dem Versprechen im Juli mit Wanderliedern wieder zu kommen, verabschiedeten sich alle Beteiligten. Das Gefühl, den alten Menschen eine harmonische Stunde geschenkt und ihnen auf diese einfache mitmenschliche Art große Freude bereitet zu haben, ist für die Grundschüler eines der wichtigsten Erkenntnisse dieser Besuche.
Wir danken den Leitern beider Institutionen für die Möglichkeit, Alt und Jung auf diese Weise musikalisch zu verbinden.
Helga Becker 07.06.2010