Insel Reichenau - ein Ort für kulinarische und kulturelle Genüsse

 

Das Motto der EGBS-Brochenzell "Bewegung und gesunde Ernährung" passte gut zum diesjährigen Lehrerausflug am 19.10. 2010. Frau Johanna Contzen, unsere ehemalige Referendarin hatte uns eingeladen, mit ihr die Insel Reichenau zu erkunden. Dort ist sie in Mittelzell seit Schuljahresbeginn an der "Strabo-Walahfried Grundschule" als Lehrerin tätig.

Die Reichenau, größte Insel im Bodensee, wurde im Jahre 2000 unter besonderer Berücksichtigung des Benediktiner-Klosters in die UNESCO Liste als Weltkulturerbe aufgenommen.

Zu Beginn unserer Exkursion starteten wir den zweistündigen Rundwanderweg um die Insel. Ein Großteil der Grünfläche ist mit Treibhäusern bedeckt, in denen noch im Spätherbst Tomaten, Paprika und Gurken zu sehen waren. Auf den Feldern wuchsen die verschiedensten Kohlsorten, Sellerie und Fenchel. Sogar Artischocken gedeihen hier prächtig. Der nährstoffreiche Boden und das milde Klima machen den Gemüseanbau für die Bevölkerung zu einem wichtigen Erwerbszweig.

Nach einer kleinen gemütlichen Kaffeepause führte uns der fachkundige Mesner der ehemaligen Benediktiner-Klosterkirche in die kulturell und historisch bedeutende Geschichte des Münsters "St. Maria und Markus" ein. Sie ist die größte und älteste unter den drei romanischen Kirchen der Insel.

Die urkundlich dokumentierte Historie der Klosterkirche reicht bis ins Jahr 724 zurück. Erstmals nur eine Holzkirche, entstand auf deren Grundriss etwa ein Jahrhundert später eine karolingische Basilika, die 816 zu Ehren der Gottesmutter Maria geweiht wurde. Durch die Reliquie des Evangelisten Markus gewann die Markus-Verehrung um die Jahrtausendwende so stark an Bedeutung, dass die Klosterkirche im Jahr 1048 auch seinen Namen erhielt.

Das Münster besteht noch heute aus verschiedenen kunsthistorischen Teilen: romanische, karolingische, spätgotische und barocke Abschnitte vereinigen sich in ihrer Gesamtheit harmonisch in der Architektur der Klosterkirche.

Besonders eindrucksvoll sind der Flügelaltar mit Marienkrönung im gotischen Hochchor und der bereits aus dem 13. Jahrhundert stammende "normannische" Dachstuhl aus Eichenholz.

Der Kunstwerke nicht genug. Zum Schluss führte uns der Mesner zum i-Tüpfelchen der Klosterkirche. Er zeigte uns die Schatzkammer mit ihren herrlich leuchtenden und wertvollen Goldschreinen, in denen wertvolle Reliquien aufbewahrt werden. Darin befinden sich außerdem reich verzierte Monstranzen, die der heiligen Messe vorbehalten waren. Besonders beeindruckte uns der Original-Markusschrein und das kunstvoll gestaltete und bebilderte Evangelistar aus dem 9. Jahrhundert.

Nach dieser sehr interessanten und informativen Führung durch die Klosterkirche stärkten wir uns im Gasthaus "Zum alten Mesmer" mit den typischen kulinarischen Erzeugnissen der Insel Reichenau. Ein schöner Tag ging zu Ende und wir bedanken uns herzlich bei Frau Contzen für die Planung und Durchführung, sowie bei unserem kompetenten Kirchenführer. Ein Besuch ist eine Bereicherung des geschichtlichen Wissens über unsere Bodenseeregion und für jedermann empfehlenswert.

 

Helga Becker 10-2010

 

 

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