Im Reich der Düfte
Strahlender Sonnenschein, warmes Herbstwetter, bunt gefärbtes Laub - Grund genug, den alljährlichen Lehrerausflug zu unternehmen. So startete das Kollegium der EBGS Brochenzell am 27.09.2011 nach Hilzingen-Binningen / Hohentwiel, um dort an einer Führung durch den herbstlichen "Syringa-Duftgarten" teilzunehmen.
Dipl. Biologe Herr Bernd Dittrich hat hier auf 6000 m² Freigelände innerhalb von 16 Jahren einen einzigartigen Schaugarten mit unzähligen Duft- und Würzkräutern geschaffen, der zum Riechen, Schmecken, Fühlen und Erleben einlädt. Auch das Auge ist von der Vielfalt der verschiedenen Farben auf dem gesamten Areal fasziniert.
Der Duftpfad führte uns vorbei an einheimischen und mediterranen Kräutern z.B. Thymian, Kamille, Minze, Wermut & Co. und anderen Gewürzraritäten aus aller Welt. Die Pflanzen versprühen wohlriechend und verschwenderisch ihre Aromen. Es duftete nach Grapefruit, Orange, Kümmel, Zitrone, Minze, Pfeffer und anderes mehr. Die Duftnuancen waren so verschieden wie die Pflanzen selbst: z.B. balsamisch der Lavendel, betörend-aromatisch die Lilien, und nach ätherischen Ölen riechende Heilkräuter. Manchmal fühlten wir uns wie im Schlaraffenland, denn hier wachsen auch die nach Schokolade riechende Cosmee und die "Gummibärchen"-Blume. Beide Aromapflanzen machten gleich Appetit auf diese leckeren Süßigkeiten.
Kein Duftgarten ohne eine Ecke mit "Stinkpflanzen", da gab es z.B. Stink-Gamander und Asphalt-Klee. Aber auch hier teilen sich die Geschmäcker der Besucher in verschiedene Richtungen. Was die weibliche Nase bei der "Achselschweiß-Blüte" als Gestank bezeichnet, empfindet die männliche Nase eher als wohlriechend und angenehm. Viele nachts blühende Kräuter strömen, um möglichst viele Insekten anzulocken, nicht immer für den menschlichen Geruchssinn wohltuende Düfte aus. Es gibt sie aber auch: Die Abenddufter! Dazu gehört die Mondscheinpflanze, auch Wunderblume genannt, die mit ihren vielfarbigen Blüten zum Abend hin ihr wohlriechendes Bukett ausströmt.
Herr Dittrich wies uns bei seinen Ausführungen auf die Hexenkräuter und Aphrodisiaka hin, die früher in keinem Klostergarten fehlen durften. Diese rundeten das reichhaltige Pflanzensortiment auf dem Duftpfad ab. Nach dem fast zweistündigen Rundgang durch den beeindruckenden Schaugarten stärkten wir uns mit einem kleinen Imbiss auf dem höher gelegenen Laurentiushof. Von dort aus hatten wir einen herrlichen Ausblick auf die Hegau-Berge und die Schweizer Alpenkette. Eine kleine Wanderung durch den herbstliche Landschaft schloss sich an, um später das vegetarische Abend-Buffet im "Zapa-Restaurant" in Singen genießen zu können.
Dort wurden wir von unserer ehemaligen Kollegin Frau Kathrin Bauer herzlich begrüßt. Wir ließen den Tag gemeinsam in gemütlicher Runde ausklingen - Kopf, Leib und Seele waren an diesem Tag voll auf ihre Kosten gekommen.
Ein herzliches Dankeschön an die Organisatorin Frau Simone Wolf und unsere beiden Fahrer Herr Vögele und Herr Schildknecht, die uns wieder sicher an die Schule zurück gebracht haben.
Helga Becker 09-11