Heute schon girafft?

Gewaltfreie Kommunikation an der Eugen-Bolz-Grundschule

Mit viel Spaß und intensiver Arbeit hat sich die 3. Klasse der Grund-schule Brochenzell im vergangenen Schulhalbjahr mit der Gewalt- freie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg beschäftigt. Einmal wöchentlich haben sich die Klassenlehrerin Frau Wolff, die Schulsozialarbeiterin Frau Mayer und die Kinder mit diesem Thema befasst. Dabei gab es Erstaunliches, Lustiges, aber auch viel Emotionales zu erleben.  Lernen,  Konflikte verbal und selbst-bewusst zu lösen anstatt mit körperlichem Einsatz und verletzen- den Worten, stand dabei im Focus der gemeinsamen Arbeit.

 

Dabei fing alles mit einem Streit an, bei dem die Kinder nicht schlecht gestaunt haben. Eine Lehrerin, die mit harten Worten die Schulsozialarbeiterin provoziert hat, haben die Kinder zuvor noch nicht erlebt und haben die Szene mit bestürzten Augen beo- bachtet.  Eine Szene die Kinder aus ihrer Erlebniswelt allerdings genau kennen. Die Erleichterung war groß, dass alles nur ein zuvor abgesprochenes Rollenspiel war. In diesem Zusammenhang lernten die Kinder die Merkmale der Wolfssprache kennen, die im Konzept von Rosenberg als angriffslustig, kämpferisch und drohend gekennzeichnet ist. Für die Kinder natürlich ein lustiger Zusam- menhang, dass Frau Wolff Frau Mayer „angewolft“ hat.

 

Konflikte gehören zum Schulalltag. Wie diese gewinnbringend für alle Beteiligten gelöst werden können, vermittelte im Gegensatz zur Wolfssprache die Giraffensprache, mit der sich die Klasse intensiv beschäftigt hat. Dabei steht ein vier Schritte Modell im Focus des Lernens. Bewertungsfrei beobachten und beschreiben, was ge- schehen ist, stellt dabei die Grundvoraussetzung für einen fried- lichen Umgang mit Konflikten dar. Durch Ich – Botschaften lernen, eigene Gefühle, Bedürfnisse und damit verbundene Wünsche aus- zudrücken und meinem Gegenüber zu vermitteln, sind weitere Schritte hin zu einem wertschätzenden Miteinander. Dement-sprechend stand die Giraffensprache im Focus der Arbeit, was sich auch im Klassenzimmer wiederspiegelt. Das Zimmer ist um eine Mitschülerin erweitert worden. „Gisela“, eine Plüschgiraffe und mehrere Handpuppen, Kuscheltiere und Bastelarbeiten, die an die Grundsätze der gewaltfreien Kommunikation erinnern. Zum krönenden Abschluss des Projekts gab es sogar noch einen Giraffenkuchen, der von Frau Salow, einer Praktikantin im Bereich Schulsozialarbeit, liebevoll gebacken wurde.

 

 Dass die Giraffensprache innerhalb der Klasse und über die Schule hinaus ihre Wirkung zeigt, berichten die Kinder nach ein paar Wochen in einem Interview. Auch das Lernklima während des Unterrichts hat sich ihrer Beschreibung nach verbessert. Dafür hat es sich ebenfalls gelohnt, neben Mathe und Deutsch auch soziale Kompetenzen zu erlernen.

 

Die Einführung der Gewaltfreien Kommunikation wird bereits  in allen Grundschulen in der Gemeinde in allen Klassenstufen von den Schulsozialarbeiterinnen eingeführt. Neben der Fortbildung für Lehrkräfte und Betreuungskräften ist geplant, dass auch die Eltern der Grundschüler die Möglichkeit bekommen, sich im Rahmen von Elternabenden diesem Thema lohnend zu beschäftigen.(May)

 

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